LTE-Netzausbau bei E-Plus: In 2012 mit dem besten Datennetz?

E-Plus beteiligt sich ja bekanntlich nicht am LTE-Ausbau und konzentriert sich nach wie vor auf HSPA+. Schon provokant, wenn man dann folgendes vom E-Plus-Chef Thorsten Dirks in einem Interview mit der FAZ hört: „Es mag kess klingen, aber Ende 2012 wollen wir dabei das beste Datennetz in Deutschland haben.“

Jetzt frage ich mich doch, wie der Kollege „das beste“ definieren würde. Es ist klar, dass mittelfristig alles auf LTE schwenken wird. Der LTE Ausbau ist bereits in vollem gange und bis auf E-Plus haben auch alle deutschen Mobilfunkanbieter Frequenzen im 800MHz Bereich ersteigert – damit werden die ländlichen Regionen erschlossen.

Dirks will innerhalb der nächsten 3 Jahre auf etwa 20% Marktanteil am Datenmarkt kommen. Klar hat E-Plus Preisvorteile. Dirks sagt dazu:

Wir haben eben nicht als erste UMTS ausgerollt, sondern erst 2008 im größerem Maßstab damit angefangen, als die Nachfrage da war und die Technologie in einer ausgereiften und energiesparenden Fassung nur noch 20 Prozent dessen kostete, was die Konkurrenten 2004 bezahlt haben.

Nach dem Motto „Ob HSPA+ oder LTE ist egal, wenn die Bandbreite stimmt“ wird auch weiterhin auf LTE verzichtet und HSPA+ ausgebaut. Aber da bin ich anderer Meinung. Schließlich besorge ich mir nicht einen Vertrag für mobiles Internet, nur um dann unterwegs nicht online sein zu können. Ob E-Plus nämlich die weißen Flecken, die sie jetzt noch ganz dicke haben, bis dahin wegbekommen wird, das wage ich zu bezweifeln – währenddessen werden die anderen Anbieter mit LTE schon weit davongezogen sein und überall, auch in ländlichen Gegenden oder im Zug, Hi-Speed Internet anbieten können. Und E-Plus guckt in die Röhre.

Ausreichend LTE-Endgeräte zu vernünftigen Preisen werde es nach Ansicht von Dirks für LTE kaum vor 2013 geben. Das mag zwar sein, aber mittelfristig wird LTE den HSPA+ Standard wohl verdrängen. Soweit zumindest meine Einschätzung.

LTE-Netzausbau bei E-Plus

Zum LTE-Netzausbau erklärte der E-Plus-Chef, dass E-Plus derzeit täglich ein Gebiet von der Größe Düsseldorfs ausbaue. Die dafür verwendete Technik sei per Software-Update auch LTE-fähig. Auf diese Weise könne das Netz auf LTE umgeschaltet werden, sobald es genügend Endgeräte gebe. E-Plus investiere in den kommenden Jahren 550 bis 750 Millionen Euro jährlich, den größten Teil davon in das neue Netz.

Also HSPA+ ausbauen und dann softwaremäßig auf LTE schwenken – auch in ländlichen Gebieten? Das hört sich ja schon interessant an. Man darf gespannt sein.

UMTS Flatrate Vergleich

Wenn ich mir aber den aktuellen UMTS Flatrate Vergleich anschaue, so ist E-Plus zwar vertreten, aber auch nicht günstiger als die anderen und das bei oft noch lächerlichen 384 Kbit/s.

Quelle: teltarif.de